Mittwoch, 7. Februar 2007
Stock im Arsch?
Es ist ja generell nur ein Vorurteil das viele Bürger ein bisschen verklemmt sind oder aber auch das Gute einfach nicht zu schätzen wissen. Also, nicht alle über einen Kamm scheren...
Aber vor ein paar Wochen war ich mit meiner Freundin einkaufen. In Mannheim. Schön und Gut. Als wir mittlerweile nun schon zwei Stunden resigniert durch die Geschäfte liefen und langsam schon wirklich die Schnauze voll hatten von dem „Uniformitätsdrang“ der deutschen Innenstädte- du siehst H&M, du siehst C&A, du siehst Burger King, du siehst McDonald’s…- dachten wir es wird Zeit für ein längst überfälliges Experiment. Es wurde Zeit die vermeintliche Verklemmtheit mancher Leute zumindest in dieser Stadt zu testen.
Der Test wäre sowieso gekommen, er war sozusagen unausweichlich. Meine Freundin hatte einen H&M Gutschein über zehn Euro. Alles klar um diesen zu verwerten holten wir uns jeweils ein paar Socken, so richtig hohe und dicke. Alles klar an die Kasse gegangen, zeigen Gutschein und dann…Nichts war’s. Die Verkäuferin meinte man solle doch bei Gutscheinen das Kleingedruckte beachten. Das bedeutete das man diesen Gutschein erst einlösen konnte wenn man zusätzlich noch was über zehn Euro kauft. So, dann war das Ding erstmal für uns gegessen. Da wir aber ja soziale Menschen sind haben wir uns gedacht, fortschmeißen kannste den ja jetzt auch nicht. Also gut, wir sehen eine Frau gelangweilt die Unterwäsche durchwühlen und denken uns die könnt den Gutschein bestimmt gut gebrauchen. Wir gehen zu der Frau hin fragen sie ob sie denn unseren Gutschein möchte und erklärten ihr zum zusätzlichen Verständnis natürlich auch noch das Kleingedruckte. So weit so gut. Wie kann man jetzt also reagieren. Also natürlich hat man eigentlich so grundsätzlich zwei Möglichkeiten; man kann ja oder nein sagen, im Ausnahmefall auch weiß nicht so genau, aber das führt ja letztlich auch wieder zu ja oder nein. Die Frau schaute uns bei diesem Angebot nur verdutzt an -wusste wohl gar nicht so recht wie sie denn jetzt reagieren soll- und meinte nach sichtbarem inneren Ringen mit sich selbst nein lieber nicht. Dann schüttelte die Frau den Kopf ging zur Kasse und die Verkäuferin sagte „das macht dann 25 Euro“…“Lieber nicht“? Okay etwas verwirrt aber doch durch unsere Vorahnung bestätigt machten wir uns auf zu weiteren Leuten und boten ihnen ebenfalls den Gutschein an, erklärten ihnen auch wieder das Kleingedruckte. Das Ende vom Lied war das wir insgesamt zehn Leute gefragt hatten. Wir achteten sogar darauf junge und alte Menschen fragen. Ungefähr sechsmal ernteten wir bei unserem Angebot einen misstrauischem Blick gepaart mit „nein, lieber nicht“. Die anderen antworteten mit einem entschiedenen Nein und machten sich dann auch gleich aus dem Staub. Das war uns ja jetzt wirklich zu blöde. „Lieber nicht“? Waren wir Gangster oder Hochstapler? Haben wir so ausgesehen als wollten wir Leute über den Tisch ziehen? Meine Freundin fragte mich dann ob wir denn nicht noch eine Person fragen sollten. „Lieber nicht“ meinte ich. Es tut mir wirklich Leid um den Gutschein, denn der landete im Müll.

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Dienstag, 6. Februar 2007
Geistige Differenzierung der Gesellschaft?
Was erwartet man vom Leben? Diese Frage. Gestellt an viele Menschen in diesem Land offenbart eine ungemein böse Antwort. Die Antwort enthält eine völlig verblendete Ideologie, die besagt das das Streben nach Glück einzig und alleine darin besteht nach etwas zu lechzen; nämlich hauptsächlich nach Erfolg und der sich daraus ergebende Status in einer Gesellschaft. Man will nicht mehr zu den vermeintlichen „Verlieren“ einer Gesellschaft gehören. Denn seit immer mehr Leute von einer sogenannten „Armut“ betroffen sind, möchten sich die, die noch nicht zu den Verlieren zählen sich abgrenzen von den „Anderen“, bei denen das Leben eben nicht so rund gelaufen ist. Das ist eine fatale Denkweise. Die Folgen solchen menschlichen Denkens bedeutet Isolation derer die als sogenannte „Verlierer“ des Systems angesehen werden und zum anderen eine Wut der Verlierer über die Leute die angeblich so viel besitzen. Diese Wechselwirkung bedeutet doch nichts mehr, als das die Schere das Band das die Menschen zusammenhält immer ein Stückchen weiter schneidet bis es irgendwann reißt. Das ist doch ein verdammt unsinniges Problem. Der Mensch ist Mensch. Nicht mehr und nicht weniger. Was soll man denn noch sein außer Mensch? Das Problem ist doch das selbst in den Medien (oder gerade in den Medien?) von einer Kluft gesprochen wird. Oh, mein Gott denkt sich da der deutsche Bundesbürger bei dieser Metapher. Und genau da fängt ein ganz gemeiner Denkprozess an zu wirken. Denn sobald man in den Medien verklickert bekommt das es eine Kluft zwischen Arm (es wird ja jetzt auch von Unterschicht gesprochen) und Reich gibt versucht man sich sofort irgendwo einzuordnen. Die Reichen, die vermeintlichen Glückspilze des Systems haben an diesem Punkt keine Probleme sich selbst in der Gesellschaft zu positionieren. Viele von der Oberschicht oder besser gesagt von der oberen Oberschicht leben in einer anderen Welt. Sie sehen und wollen die Probleme nicht sehen die die Verlierer dieses Systems haben. Jetzt kommt das Problem mit der Mittelschicht. Da die Leute der Mittelschicht- Einfamilienhaus, durchschnittliches Nettoeinkommen..- ja mittlerweile auch schon in Arm und Reich denken und ihre Position in dieser Hierarchie ungewisser als die der Oberschicht (Arbeitslosigkeit usw.) ist wollen sie sich natürlich verstärkt von den „Ärmeren Schichten“ abgrenzen. Die Folgen sind katastrophal. Durch solche Förderung eines klassenorientierten Denkens wird sich in immer extremeren Maßen eine- und jetzt kann man wirklich von einer Kluft sprechen- Differenzierung des Geistes der Menschen in Arm und Reich vollziehen. Und dann haben wir den Salat.
Wollt ich nur mal so loswerden. Waren ein paar Gedankengänge, schnell niedergeschrieben

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